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Verschattung

Zwischen dem Wohlbefinden der Menschen und der Einwirkzeit direkter Sonnenstrahlung besteht ein erwiesener Zusammenhang. Daher ist zur Erhaltung gesunder Wohn- und Arbeitsbedingungen eine Mindestdauer an möglicher direkter Sonneneinstrahlung zu gewährleisten. Im unmittelbaren Umkreis von Wohngebäuden bewirken Nachbargebäude, Bauwerke und Bäume zum Teil starke Einschränkungen der Besonnung von Fassaden und Fenstern. Da vor allem Wohnhäuser bzgl. der Besonnung besonderen Ansprüchen genügen müssen, ist bei geplanten Neubauten im Rahmen eines Bebauungsplanes (B-Planes) für die geplante sowie die umliegende, bestehende Bebauung häufig eine detaillierte Untersuchung der Verschattungssituation notwendig und wünschenswert.

Im Arbeitsbereich Verschattung bietet unser Büro folgende Untersuchungen an, die auf geometrischen Analysen unter Berücksichtigung von Gelände, Gebäuden inklusive Schrägdächern, Bauwerke und Bäumen mithilfe des geographischen Informationssystems ArcGIS der Firma ESRI und auf Simulationen mit dem numerischen Modell SHADOW (Bruse - Universität Bochum, Geographisches Institut; 1995) basieren:

1. Punktanalyse:

  • Berechnung von Horizontogrammen (siehe Abb. 1)
  • Berechnung von möglichen Besonnungszeiten zu bestimmten Terminen (z. B. Stichtage der DIN 5034)
  • Berechnung des Jahresganges der kurzwelligen Einstrahlung (direkt und/oder global)

Verschattungsgutachten nach DIN 5034 "Tageslicht in Innenräumen"

Abb. 1: Horizontogramm an einem ausgewählten Untersuchungspunkt in der 1. Etage in Fenstermitte (Höhenwinkel 0° bzw 90° bedeuten Blick zum Horizont bzw. Blick senkrecht nach oben)

Hinweis zu Abb. 1: Besonnungszeiten sind Zeiten, in denen der Innenraum besonnt ist (Besonnung parallel zur Fassade zählt im Sinne der DIN 5034-1, "Tageslicht in Innenräumen", nicht zur Besonnung des Raumes).

Die erhaltenen Ergebnisse werden anhand gängiger Beurteilungkriterien bewertet, wie z. B. entsprechend der DIN 5034.

2. Gebietsanalyse:

Im Rahmen von B-Plänen ist es häufig wichtig zu wissen, ab welcher Etage die Kriterien für ausreichende Besonnungsverhältnisse erfüllt werden können. Dies sind diejenigen Bereiche, in denen der Planer Aufenthaltsräume für Wohnungen vorsehen kann. Die Ermittlung der Etagen, ab denen die DIN-Kriterien erfüllt werden, erfolgt in unserem Hause durch fortlaufende Punktanalysen in Fassadenebene um alle zu betrachtenden Gebäude herum. Ein Beispiel für ein Ergebnis ist in Abb. 2 dargestellt.

Gutachten Verschattung Gutachten Verschattung: Legende

Abb. 2: Darstellung der Höhe, ab der das Kriterium nach DIN 5034 (2011) "Mindestens vier Stunden mögliche Sonnenscheindauer am 21. März bzw. 23. September bzw. mindestens eine Stunde mögliche Sonnenscheindauer am 17. Januar in Fenstermitte" erfüllt wird.