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Geruchsemissionen

 

Emissionsmessung an Kaminen / Abgaskanälen

Funktionsprinzip: Aus dem Kamin / Abgaskanal werden Probenbeutel mit dem zu analysierenden Abgas gefüllt. Bei feuchten Abgasen muss Kondensation vermieden werden,  durch statische oder dynamische Vorverdünnung. Ebenso ist auf eine zielführende Mittelungszeit bei der Probenahme zu achten. Der Inhalt der Probenbeutel wird am Olfaktometer auf seine Geruchsstoffkonzentration hin analysiert.

Mit dem zusätzlich vermessen Volumenstrom errechnet sich der Geruchsstoffstrom im Kamin / Abgaskanal als Produkt aus Geruchsstoffkonzentration und Volumenstrom.

Emissionsmessung an belüfteten flächenhaften Quellen (aktiven Flächenquellen)

Funktionsprinzip: Für die Vermessung von flächenhaften belüfteten Quellen mit einer Mindestaustrittsgeschwindigkeit, das sind sogenannte aktive Quellen wie z.B. Biofilter, belüftete Kompostmieten etc. nutzen wir eine spezielle Haube mit einer Einrichtung zur Vermeidung von Störungen des Luftaustritts infolge Gegendruck.
 

Die Haube wird mit ihrer offenen Unterseite auf die zu vermessende, Geruchsstoffe emittierende Fläche aufgesetzt. Die Geruchsstoffemissionen treten in den Trichter ein, füllen diesen langsam auf und werden dann durch den Kamin nach oben ausgeschoben. Die Geruchsstoffproben werden nach Einstellen des stationären Zustandes aus dem Kamin entnommen, dort wird auch die zur Bestimmung des Volumenstroms benötigte Geschwindigkeit des Luftstroms vermessen. Im Kamin befindet sich ein steuerbarer Ventilator. Dieser wird so eingestellt, dass unter der Haube kein Überdruck entsteht, denn dieser würde den Luftstrom aus der Geruchsstoffe emittierenden Fläche in den Trichter hinein behindern und damit das Messergebnis beeinträchtigen.

Emissionsmessung an flächenhaften Quellen "ohne" Austrittsgeschwindigkeit (passiven Flächenquellen)

Für die Vermessung von Emissionen aus flächenhaften Quellen ohne oder mit geringer Austrittsgeschwindigkeit, das sind sogenannte passive Quellen wie z.B. unbelüftete Mieten (Kompost, Schlamm, Mist), Lagerplätze Geruchsstoffe emittierender Materialien, mit Geruchsstoffen verschmutze Flächen, auch Wasserflächen etc., nutzen wir eine spezielle Haube mit gesteuertem Luftstrom.


Funktionsprinzip: Die Haube wird mit ihrer offenen Unterseite auf die zu vermessende, Geruchsstoffe emittierende Fläche aufgesetzt. In der Haube strömt die Luft von links nach rechts. Dieser Luftstrom nimmt die Geruchsstoffe auf. Die offene Unterseite ist druckfrei, damit von der emittierenden Oberfläche, die möglicherweise aus geschüttetem, luftdurchlässigem Material besteht, weder durch Unterdruck Geruchsstoffe ausgesaugt werden noch durch Überdruck das Austreten von Geruchsstoffen aus der Oberfläche heraus in die Haube hinein behindert werden. Die Druckfreiheit wird erreicht indem durch das linke, vertikale Rohr per steuerbarem Ventilator in die Haube hinein der gleiche Luftstrom eingeblasen wie aus dem rechten vertikalen Rohr abgesaugt wird. Der Aktivkohlefilter am unteren Ende des linken Rohrs sorgt für die Geruchsfreiheit der in die Haube strömenden Luft, die Geruchsprobe für die Analyse am Olfaktometer wird aus dem rechten Rohr entnommen.

Emissionsmessung aus Punktquellen mit zeitlicher Mittelung

Für die Vermessung der Emissionen aus Punktquellen wie z.B. Schornsteinen, Abgaskanälen etc. nutzen wir den sogenannten Varioprobenehmer, welcher bei der Probenahmen mit Mittelungszeiten vom Minuten- bis zum Stundenbereich erlaubt. Der Varioprobenehmer (Foto unten) besteht aus dem Unterdruckbehälter und dem Versorgungs- und Kontrollteil VKT. Variabel ist hier die Zeitspanne, innerhalb derer der Probenbeutel gefüllt werden kann. Der Probenehmer kann im Netz- oder Batteriebetrieb laufen.
Der leere Probenbeutel wird in den Unterdruckbehälter eingebaut und an die Probenahmeleitung zum Abgaskanal angeschlossen. Der Unterdruckbehälter wird über eine Pumpe evakuiert, dadurch füllt sich der Probenbeutel.

Wenn zu Beginn der Probenahme im Unterdruckbehälter ein anderer Druck herrscht als in der Probenahmeleitung, ermöglicht der Anschluss A im Deckel des Unterdruckbehälters den Anschluss einer Leitung zur Einstellung eines extern vorgegebenen Druckes im Unterdruckbehälter entsprechend den Druckverhältnissen im Abgasrohr.
 

Emissionsmessung aus Punktquellen: Vermeidung von Kondensation im Probenbeutel bei hohen Wassergehalten der Probenluft

Für die Vermessung der Geruchsstoffemissionen werden Probenbeutel mit dem Abgas gefüllt und im Labor am Olfaktometer analysiert. Der Inhalt der Probenbeutel nimmt auf dem Weg zwischen Probenahmestelle und Olfaktometer gewöhnlich Umgebungstemperatur an, z.B. 20oC. Hat das Abgas im Beutel eine Feuchte von mehr als 16 g/m³, tritt im Beutel Kondensation auf. Dies kann die Messwerte verfälschen. Zur Vermeidung dieser Konden­sation setzen wir sogenannte dynamische Vorverdünner ein, siehe z.B. Foto unten. Diese saugen mit einer beheizten Gasstrahlpumpe das feuchte Abgas aus dem Abgaskanal über ein beheiztes Absaugrohr an. In der Gasstrahlpumpe wird das Abgas durch geruchsfreien, trockenen Stickstoff so weit verdünnt, sodass der Wasserdampftaupunkt unterhalb der Umgebungstemperatur liegt und damit keine Kondensation auftritt.

Foto_dyn_Vorverduenner_mit_Beschriftung.

Alternativmethode: Der Probenbeutel wird bis zu maximal 2/3 seines Volumens mit geruchsfreien, trockenen Stickstoff vorgefüllt. Bei der Probenahme wird dann nur noch das verbleibende Volumen mit dem feuchten Abgas aufgefüllt, die Mischung im Beutel sorgt für die Vermeidung von Kondensation. Nachteil des Verfahrens: Es kann richtlinienkonform nur bis zu Feuchtegehalten des Abgases von ca. 50 g/m³ eingesetzt werden, im nicht heizbaren Teil des Einlaufschlauchs des Beutels tritt Kondensation auf, je höher der Feuchtegehalt des Abgases desto geringer ist die Genauigkeit des Verfahrens.

Vorteil des Einsatzes der dynamischen Vorverdünnung: Kann eingesetzt werden auch bei hohen Wassergehalten, ist um so genauer als die statische Vorverdünnung, je höher der Feuchtegehalt des Abgases ist.